07/07/2026 - 10:47
SPÖ-Chef Peter Eder fordert landesweite Speicherstrategie: Land muss Gemeinden unterstützen und Wertschöpfung in Salzburg halten!

Photovoltaik und Windkraft müssen weiter ausgebaut werden. Damit der nachhaltig erzeugte Strom zuverlässig genutzt werden kann, wenn er gebraucht wird, braucht es auch eine ausreichende Speicherinfrastruktur. Die Salzburger SPÖ fordert deshalb eine koordinierte Speicherstrategie des Landes.
Internationale Investoren sichern sich gezielt Standorte in Salzburger Gemeinden.
„Wir beobachten in Salzburg ein neues Phänomen: Internationale Finanzinvestoren, maßgeblich kapitalisiert durch US-amerikanische Fonds, versuchen sich gezielt Grundstücke in Salzburger Gemeinden zu sichern, um eigenständige Großbatteriespeicher zu errichten. Dass dieser Markt boomt, hat drei handfeste, rein kommerzielle Gründe:
1. Hohe Wirtschaftlichkeit auch ohne Förderungen: Die sogenannten Stand-alone-Systeme werden rein privatwirtschaftlich betrieben. Das zeigt aus Sicht der SPÖ, dass der österreichische Energiemarkt inzwischen attraktiv genug ist, um auch ohne staatliche Zuschüsse hohe Renditen zu ermöglichen.
2. Wirtschaftlich attraktives Geschäftsmodell: Die Speicher verdienen ihr Geld durch Arbitrage-Geschäfte – sie kaufen Strom billig ein und verkaufen ihn teuer weiter, wenn die Nachfrage hoch ist. Zudem zahlen Netzbetreiber wie die Austrian Power Grid oder die Salzburg Netz GmbH Prämien für das Bereitstellen von „Regelenergie“ zur sekundenschnellen Netzstabilisierung.
3. Strategische Knotenpunkte in Gemeinden: Investoren suchen gezielt nach Standorten nahe an wichtigen Netzknotenpunkten, Umspannwerken oder großen Erneuerbaren-Anlagen, um Leitungsverluste zu minimieren.
Das zeigt, wie lukrativ die Energiewende ist. Das Problem dabei: Die Gewinne fließen am Ende zu internationalen Fondsgesellschaften. Für die Standortgemeinden und die dort lebenden Menschen bleibt nichts übrig außer den Lasten“, warnt Salzburgs SPÖ-Chef Peter Eder.
Gemeinden brauchen klare Leitplanken und Unterstützung.
Wenn jede Gemeinde einzeln mit Projektwerbern verhandelt, entstehen Unsicherheit, unterschiedliche Verfahren und lokale Konflikte. Die SPÖ sieht daher drei Punkte, bei denen das Land unterstützen muss:
• Flächenwidmung und Raumordnung: Die Errichtung der Container-Anlagen benötigt wertvollen Platz. Es braucht daher strategisch sinnvolle Standortentscheidungen und abgestimmte Umwidmungen, statt Einzelentscheidungen unter Druck. Gemeinden dürfen damit nicht allein gelassen werden.
• Kommunaler Kapitalabfluss: Während die technische Infrastruktur die regionale Versorgungssicherheit stützt, fließen operative Gewinne ins Ausland. Die Gemeinden haben – abgesehen von minimalen Kommunalsteuern bei der Errichtung – keine finanzielle Beteiligung am laufenden Betrieb.
• Sicherheitsbedenken beim Brandschutz: Bei Lithium-Ionen-Großspeichern tauchen in Bürgerversammlungen regelmäßig Ängste bezüglich der Brandgefahr auf. Zwar nutzen moderne Anlagen meist die sicherere Lithium-Eisenphosphat-Technologie, dennoch müssen Feuerwehren und Gemeinden in professionelle Brandschutzkonzepte eingebunden werden.
Land muss klaren Auftrag für heimische Speicherstrategie erteilen.
Die SPÖ nimmt die Salzburger Landesregierung in die Pflicht. Das Land darf die Gemeinden und Bürgermeister:innen mit der Frage geeigneter Speicherstandorte nicht alleine lassen. Es braucht eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinden und Bürgermeister:innen, damit dort, wo Speicherprojekte energiepolitisch und raumordnerisch sinnvoll sind, auch strategische Umwidmungen möglich werden. Gleichzeitig müssen die Gemeinden mit klaren Kriterien, fachlicher Unterstützung und geeigneten Raumordnungsinstrumenten ausgestattet werden, damit Entscheidungen nachvollziehbar, abgestimmt und im öffentlichen Interesse getroffen werden können.
Als Eigentümer muss das Land außerdem einen klaren Auftrag formulieren, welche Rolle die Salzburg AG bei strategischen Speicherprojekten im öffentlichen Interesse übernehmen soll. „Salzburg sollte bei der Speicherfrage nicht abwarten, bis einzelne Projekte vor Ort für Konflikte sorgen. Die Landesregierung muss jetzt Verantwortung übernehmen, gemeinsam mit den Gemeinden strategische Standorte definieren und die Bürgermeister:innen bei Widmungsfragen unterstützen“, erklärt SPÖ-Chef Peter Eder.
Klare Regeln für Gemeinden, Standortplanung und Beteiligung.
Der dringliche Antrag der SPÖ beinhaltet drei Kernforderungen an die Salzburger Landesregierung:
1. Landesweite Speicherstrategie und strategische Standortplanung: Das Land soll gemeinsam mit Gemeinden, Bürgermeister:innen, Netzbetreibern und Energieakteuren geeignete Standortkriterien erarbeiten und für Planungssicherheit sorgen.
2. Raumordnungsinstrumente und Unterstützung für Gemeinden: Gemeinden brauchen rechtliche und planerische Werkzeuge, einheitliche Kriterien und fachliche Unterstützung des Landes, damit Widmungsentscheidungen nachvollziehbar, abgestimmt und im öffentlichen Interesse getroffen werden können.
3. Verbindliche finanzielle Beteiligungsmodelle: Die Energiewende darf nicht über die Köpfe der Menschen hinweg stattfinden. Die Salzburg AG soll gemeinsam mit interessierten Kommunen finanzielle Beteiligungsmodelle für die Standortgemeinden und deren Bevölkerung erarbeiten, damit die Wertschöpfung direkt vor Ort bleibt.
„Speicher sind ein wesentlicher Teil der Energiewende. Sie sollen geplant, transparent und im Interesse der Salzburgerinnen und Salzburger umgesetzt werden. Die Landesregierung muss dafür den Rahmen schaffen“, schließt der Chef der Salzburger SPÖ Peter Eder.






















